Gautschmeister in Lüdenscheid

Auch aus meiner Zeit im "Graphischen Gewerbe" gibt es noch etwas zu berichten.

Ich war für einige Jahre Gautschmeister in der Region Lüdenscheid.

leider sind nur noch wenige Bilder erhalten, ich werde sie aber hier einstellen.

 

Das Gautschen ist ein alter, leider nicht mehr sehr gepflegter Brauch im Bereich der Druckindustrie.

Ich hatte das Glück als ausgelernter Chemigraph mit anderen jungen Kollegen diesen Brauch zu erleben.

Es handelt sich dabei um eine Wassertaufe, in der der äußere Mensch vom Dreck der Lehrzeit,

durch eintauchen in eine große Wasserbütte gereinigt wird, daran schließt sich eine weitere innere Reinigung an, indem die Kornuten einen großen Humpen edelen Bieres, auf einen Zug auslehren müssen. Durchgeführt wurde das Ganze von einer Gruppe erfahrener Kollegen. Leiter der Zeremonie ist der Gautschmeister assistiert von dem Schwammhalter und den Packern.

Später durfte ich selber einige Jahre als Gautschmeister agieren.

 

Nach mir wurde das Gautschen in Lüdenscheid leider aufgegeben und von eine Gruppe Hagener Berufschullehrer, denen ich beim Aufbau und der Kostümgestaltung helfen durfte, übernommen.

Dieser Gautschakt fand jährlich im Freilichtmuseum in Hagen statt, bis ein später Leiter des Museums kein Interesse mehr zeigte und man wieder in den Märkischen Kreis, auf die "Burg Altena" zurückkehrte wo es immer noch am letzte Samstag vor den Sommerferien stattfindet.

 

„PAKKER - PAKKT AN! LASST SEINEN CORPUS POSTERIORUM FALLEN

AUF DIESEN NASSEN SCHWAMM  BIS TRIEFEN BEIDE BALLEN.

DER DURSTGEN SEELE GEBT EIN STURTZBAD OBEN DRAUFF 

DAS IST DEM SOHNE GUTENBERGS DIE ALLERBESTE TAUFF“

So lautet der Taufspruch des Gautschmeisters, wenn er seine Gehilfen auffordet, die Kornuten in die Bütte zu befördern.

 

Hier oben ist mein eigener Gautschbrief, von 1963 abgebildet.

Gott grüße die edele Buchdruckerkunst

Der Spruch gehört zu dem unterlegten Coleurband des

"Graphischen Gewerbes".

Besonderheiten

Hier möchte ich in unregelmäßigen Abständen interessante Dinge einstellen, die mit mir und meinem Schaffen zu tun hatten und haben.

"Zur Akazie am Saalstrande" i. O. Jena

Ich zeige hier das erste von mir entworfene Bijou für eine Loge, die ich nach der Wende 1998 aufgebaut habe und deren Logenmeister ich über 9 Jahren war.

Das Bijou hängt an einer blauen Bandschluppe.

Es besteht aus einer schlichten kreisrunden  Brillenfassung mit einem einfachen Glaseinsatz, auf den von der Rückseite das Siegel der Loge in einem

Sandstrahlverfahren

aufgebracht wurde. 

Hintergrund ist die Erinnerung an den Logenmeister, der bis zur zwangsweisen Schließung 1935, über viele Jahre die Loge leitete.

Er war  Begründer der weltweit ersten Optikerschule in Jena,

Prof. Dr.

Hermann Pistor, 

Ehrenbürger der Stadt Jena,

sein Grab befindet sich im Ehrenhain des Jenaer Nordfriedhof.